Immer neugierig: „Kaffeeklatsch“ im Museum ist eine Institution
Am Montag beginnt die neue Saison: Zum ersten Kaffeeklatsch 2026 am 2. Februar ist Jan Giehrisch im Stadtmuseum zu Gast. Er wird berichten, wie er das WohnKulturGut Gostewitz zum Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturfans ausgebaut und was er damit noch vorhat. Beginn ist 15 Uhr.
Giehrisch reiht sich in eine illustre Schar von Gästen ein, die aus ihrem Berufsleben erzählen und je nach Lust und Laune auch private Erinnerungen ausbreiten. Schon seit 1991 gibt es den Kaffeeklatsch. Das Format wurde mehrfach angepasst, jetzt ist das Museum fester Ort. Bei sehr großem Zulauf weicht man auch mal in den Ratssaal oder den „stern“ aus. Und das Interesse steigt: „Mit 1.060 Besuchern haben wir 2025 den Aufwärtstrend seit Corona weiter bestätigt“, freut sich Volker Thomas vom Organisationsteam des Museumsvereins.
Elfmal im Jahr wird immer am ersten Montag des Monats, außer im Januar, bei Kaffee und Kuchen ein Gast befragt, der Interessantes zu erzählen hat: Unternehmer, Künstler, Vereinsvorsitzende, Oberbürgermeister und Landrat, Einzelhändler, Ärzte – die gesamte Bandbreite des Lebens ist vertreten. Diesmal folgt im März das Marionettentheater Dombrowski, später im Jahr werden unter anderem Apotheker Marko Eschmann, Bobtrainer Gerd Leopold, Kunsthallen-Initiator Dr. Steffen Klengel, Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich sowie die Chefs von Neways und WT Energiesysteme zu Gast sein. Stets sind es Menschen, die in und um Riesa aktiv sind – und von denen die Besucher mehr zu ihrem Lebensweg, ihrer Tätigkeit und der Motivation dafür erfahren möchten. „Viele Anregungen bekommen wir von Gästen der Veranstaltung“, sagt Ursula Schubert, die fast dreißig Mal den Kaffeeklatsch moderiert hat.
Im Wechsel mit Heike Berthold und Uwe Schirrmeister fragt sie die Gesprächspartner aus. Silke Hänsel, Christine Mücklisch und Volker Thomas kümmern sich um alle Details und um die Einführungstexte, mit denen jeder Kaffeeklatsch beginnt. Thomas wird sich künftig etwas „rausnehmen“, seine Frau Elke dafür aktiv mitarbeiten. Außerdem sind sieben rührige Damen für den Service zuständig, „Das geschieht alles ehrenamtlich“, betont Volker Thomas. „Das Museumsteam und weitere Helfer unterstützen uns ebenfalls.“
Die Vorbereitung ist aufwändig: Wenn der Gast zugesagt hat, wird über ihn umfassend recherchiert, besuchen ihn Ursula Schubert, Uwe Schirrmeister oder Heike Berthold zum ausführlichen Vorgespräch. „Wir sind alle sehr neugierig, und ich finde es immer wieder großartig, was die Menschen zu erzählen haben“, so Ursula Schubert. „Der historische Einstieg ist außerdem stets mit unserer Stadtgeschichte verknüpft, das erfordert intensive Recherche.“ Und wie reagieren eigentlich die Angesprochenen? „Die meisten sind sehr erfreut, dass sich die Leute für ihre Person und ihre Arbeit interessieren, wir erhalten nur ganz selten Absagen“, freut sich Volker Thomas. „Der Kaffeeklatsch ist längst sehr bekannt und geschätzt.“
Einmal im Jahr gibt es den „Festlichen Kaffeeklatsch“ mit einem prominenten Gast – und alle fühlten und fühlen sich in Riesa gut aufgenommen: Schauspielgrößen wie Marita Böhme, Jaecki Schwarz oder Gunter Schoß waren da, Antiquitätenhändler Fabian Kahl („Bares für Rares“), Olympiasieger Waldemar Cierpinski, im Vorjahr MDR-Reporter Thorsten Kutschke. Legendär war die Veranstaltung mit Gojko Mitic, vor allem zur Freude zahlreicher, den „DEFA-Chefindianer“ unverändert anhimmelnden Besucherinnen. Im Oktober 2026 darf man sich auf Beate Werner freuen, die im MDR immer wieder „Unterwegs in Sachsen“ ist.
Und ein Tipp gilt angesichts der Besucherzahlen immer: Sichern Sie sich Ihre Karten für den Kaffeeklatsch im Vorverkauf im Museum!