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Grundsteinlegung für neues Feuerwehrgerätehaus

| Baugeschehen

Der Bau der neuen Feuerwehrwache besitzt für Riesa, vor allem natürlich für die Kameradinnen und Kameraden selbst, herausragende Bedeutung. Deshalb erhielt auch die traditionelle Grundsteinlegung am 17. Juli einen speziellen Charakter. So wurde als Zeitkapsel für die Dokumente kein schnöder Blechbehälter, sondern ein mehr als 80 Jahre alter Feuerlöscher verwendet. 

Er steckt auch nicht im Fundament verborgen, sondern steht in einer der Seitenwände, sichtbar hinter einer Glasplatte. „Das wird der Haupteingangsbereich, hier soll er für alle zu sehen sein“, sagte Stadtwehrleiter Robert Gudat. Die Kapsel enthält den Stadtratsbeschluss zum Neubau, Baupläne, Münzen, Insignien, Fotos und eine Chronik der Feuerwehr, Riesaer Tages- und Wochenzeitungen, Visitenkarten und eine Liste mit den Unterschriften aller Gäste der Zeremonie. Der Riesaer Riese steuerte einen „Notnagel“ bei. Er diente früher als Abseilhaken für die Selbstrettung der Feuerwehrleute aus oberen Stockwerken.

In Anwesenheit von Andreas Hirth, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz im sächsischen Innenministerium, und Manfred Engelhard, Dezernent Verwaltung im Landratsamt Meißen, betonte Gudat: „Die Feuerwehr ist mehr als nur ein Gebäude – sie ist ein Symbol für Mut, Einsatzbereitschaft und Gemeinschaft. Sie steht für den Schutz unserer Familien, Freunde und Nachbarn in den schwierigsten Momenten.“ Oberbürgermeister Marco Müller erinnerte an den Spatenstich im November 2023. „Damals setzten Stadt, Landkreis und Freistaat ein Signal, dass es allen ernst ist mit diesem Projekt“. Schließlich hatten Riesas Feuerwehrleute viele Jahre darauf warten müssen. „Die Ungeduld war berechtigt“, so Müller.

Nach vorbereitenden Untersuchungen, inklusive der Umsiedlung von 86 Eidechsen, erfolgte im vergangenen Oktober der Start mit Tiefbauarbeiten und einer Profilierung des vorher abschüssigen Geländes. Das Richtfest wird voraussichtlich im Spätherbst stattfinden, und in genau einem Jahr ist für Juli 2026 die Einweihung der neuen Feuerwache geplant.

Neben der Hauptstelle mit 24 hauptamtlich tätigen Kameraden wird hier auch die Freiwillige Feuerwehr Riesa-Stadt angesiedelt sein, die derzeit ein veraltetes Gebäude auf der Pausitzer Straße nutzt. „Die Bedingungen und viele Abläufe werden sich entscheidend verändern und wesentlich verbessern“, so der Oberbürgermeister. Auf 15.700 Quadratmetern entstehen zehn Fahrzeugstellplätze, eine Atemschutzwerkstatt, Schlauchwäsche sowie Schulungs- und Büroräume.

Immer wieder drehten sich die Gespräche an diesem Tag um den gerade beendeten Kampf gegen den großen Waldbrand in der Gohrischheide. Neben Robert Gudat in der Einsatzleitung hatten auch 24 Kameraden der Wehren Riesa-Stadt, Riesa-Gröba und Canitz dort gegen das Feuer gekämpft oder die Wasserversorgung abgesichert. Die interkommunale Zusammenarbeit spielt beim Modellprojekt „Stützpunktfeuerwehr“, das Sachsen gemeinsam mit Kreis und Stadt durch den Riesaer Neubau erstmals umsetzt, ebenfalls eine wesentliche Rolle. Dadurch erhält Riesa für die mit insgesamt 14,7 Mio. Euro kalkulierte Investition einen erheblichen Anteil an Fördermitteln.