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Große Erinnerungen: Stahl-Riesa-Oldies gegen Traditionsteam Ost

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Dietmar Jentzsch verpackte die Konditionsprobleme in einem Scherz: „Die Plätze sind heute einfach viel zu groß!“ Natürlich ging es beim einstigen Oberligastürmer von Stahl Riesa und allen anderen Akteuren – fast niemand unter fünfzig, einzelne sogar jenseits des 70. Geburtstags – nicht mehr so rasant zu wie vor 40 Jahren. Aber am Ball können sie alle noch viel – und zeigten das im Stadion Pausitzer Delle vor großer Kulisse.

Beim Gastspiel der Traditionsmannschaft Ost bei den Oldies der BSG Stahl Riesa ließen sich mehr als 1.100 Zuschauer von Erinnerungen an ruhmreiche Zeiten in der DDR-Oberliga begeistern – dank der Gäste, unter ihnen viele Ex-DDR-Nationalspieler, aber auch durch den engagierten Einsatz der heimischen Helden wie Herfurth, Kerper oder Winkel. Zwar konnte niemand Dariusz Wosz „an die Kette“ legen, der auch mit 56 Jahren noch pfeilschnell durch die Reihen wirbelte und fast alle der sechs DDR-Tore für Damian Halata (3), Torsten Gütschow (2) und Detlef Irrgang vorbereitete. „Der Wosz ist unglaublich“, schwärmte Uwe Hecht, der die Riesaer Abwehr bestmöglich zusammenhielt. 

Doch auf der Gegenseite war auch einer unterwegs, der es immer noch kann: Jens Pfahl sorgte per Doppelpack für den 2:6-Pausenstand, zugleich das Endresultat. In der 2. Halbzeit und bei fast komplett getauschten Teams konnten Hecht und Co. nämlich weitere Gegentreffer verhindern. Und die BSG besaß auch selbst Chancen: Thomas Richter wurde zwei Mal knapp aus dem Abseits zurückgepfiffen, Mario Oster vergab freistehend.

Es war letztlich auch egal: Die Fans waren zufrieden, sammelten massenweise Autogramme und Selfies, die Spieler beider Teams trafen sich zur „dritten Halbzeit“ bei gutem Essen und nahrhaften Getränken. „Wir machen fünf bis sechs Spiele im Jahr, dabei ist uns der Zusammenhalt ganz wichtig“, so Rainer Ernst, der sowohl mit dem ungeliebten BFC Dynamo als auch 1991 mit dem 1. FC Kaiserslautern Meister wurde. „Alles war hervorragend organisiert“, lobte Matthias Döschner, Teamchef der DDR-Oldies, die Macher um Uwe Liebegall und den ESV Lok Wülknitz, die das Ereignis mit viele Herzblut organisiert hatten.


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