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Ein Vordenker für Riesa: Erinnerung an Heinrich Schönberg

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Es gelang tatsächlich, die Pause zwischen zwei Gewitterschauern zu erwischen, als am zweiten Juni-Donnerstag in Riesa ein Ort eingeweiht wurde, der schon lange überfällig war. An der Heinrich-Schönberg-Straße hat FERALPI STAHL unmittelbar neben dem Werksgelände eine Replik der Grabplatte von Heinrich Schönberg installiert. Sie wurde im von Feralpi-Präsident Giuseppe Pasini, Riesas Oberbürgermeister Marco Müller, Werksdirektor Uwe Reinecke sowie mehreren Sponsoren im Beisein von zahlreichen Mitarbeitern des Stahl- und Walzwerks enthüllt.

Das Original der Grabplatte befindet sich auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden. Auch dieses historische Zeugnis erstrahlt jetzt im neuen Glanz: Wenige Tage vor der Riesaer Einweihung war die restaurierte originale Grabstelle samt gusseiserner Originaltafel wieder eingeweiht worden. Unter anderem hatten sich sieben Auszubildende des Stahlwerks aktiv um die Freilegung und Reinigung der zugewucherten Anlage verdient gemacht. „Feralpi setzt die Tradition fort, die Schönberg einst begründet hat“, so Giuseppe Pasini. „Wir bauen auf seiner Zukunftsvision auf!“ 

Gunter Spies musste sich angesichts der Gewitterwolken etwas kürzer fassen, würdigte aber dennoch die wesentlichen Stationen der Tätigkeit des Vordenkers Schönberg, der sich in jungen Jahren nicht von Widrigkeiten beirren ließ. Immerhin war er bei der Gründung des Stahlwerks im Jahr 1843 - damals noch gemeinsam mit Bruder Alexander, der bald ausstieg - gerade 24 Jahre jung. Mit Tatkraft und Durchhaltevermögen korrigierte Heinrich Schönberg auch unternehmerische Fehler (er verzichtete zunächst auf ein Walzwerk) und meisterte zudem auch dank günstiger Zufälle sehr schwierige Zeiten. Gerade als das Werk „ins Laufen“ kam, verließ ihn das Lebensglück: Der Begründer der Riesaer Stahlindustrie verstarb bereits mit 31 Jahren, vermutlich an einem Blinddarmdurchbruch. „Ohne Heinrich Schönberg und seinen Unternehmergeist wäre Riesa heute nicht das, was es ist“, betonte Oberbürgermeister Müller die Bedeutung des Pioniers. 

Gunter Spies selbst erntete seinerseits von allen Seiten großen Respekt für seine hartnäckige Recherche zum Leben von Heinrich Schönberg und dem Verbleib seiner Grabstätte. Der Braumeister und Geschichtsfan, der vielen natürlich auch als Riesaer Riese vertraut ist, hatte die gesamte Initiative erst so richtig ins Rollen gebracht und sowohl bei Feralpi als auch im Museumsverein viel Unterstützung gefunden. Dank vieler Sponsorengelder und Spenden konnten im Gießinstitut der Universität Freiberg das Original restauriert und außerdem eine Replik hergestellt werden. Ergänzt um zwei erklärende Tafeln ist sie nun in direkter Nachbarschaft des Stahlwerks zu sehen.