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Cheerleading: WM-Silber für Riesa und Zeithain!

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Am nächsten Tag musste Sophie Hellfritzsch gleich eine Prüfung bestreiten. Die hat sie hoffentlich gut gemeistert – war doch das „Umschalten“ vom Riesenerlebnis zum Ausbildungsalltag in einem Riesaer Supermarkt gewaltig. Sophie gehörte zu einem Trio des Riesaer Cheerleadervereins, die mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Orlando in den USA an den Start gingen. Sie selbst erkämpfte mit „Germany“ in der Kategorie Juniors All Girl den 4. Platz. Für Jenny Scholz und Wilma Großkopf lief es noch besser – im Junior Coed (da gehören auch Jungs zur Formation) holte Deutschland mit den beiden RCV-Sportlerinnen überraschend die Silbermedaille und wurde Vizeweltmeister.

Riesenfreude also in Riesa – und in Zeithain. Wie es der Zufall will, wohnen alle drei in der rechtselbischen Gemeinde, was natürlich deren Bürgermeister Dr. Mirko Pollmer riesig freute. „Aber sie stehen ja für unsere ganze Region“ spannte er den Bogen auch nach Riesa und bezog in sein Lob für den tollen Erfolg auch Junioren-Bundestrainerin Sophie Herkt ein, die das RCV-Quartett bei der WM im US-Staat Florida vervollständigte. Sie leistet das alles ehrenamtlich, im echten Leben arbeitet Sophie Herkt als Lehrerin – man ahnt es – in Zeithain.

Die vier strahlenden jungen Frauen wurden vor dem Riesenhügel von Vereinsmitgliedern, Eltern und Freunden begrüßt, der Riesaer Riese feierte mit. Oberbürgermeister Marco Müller war zu seinem Bedauern terminlich verhindert. Vom Sponsor Stadtwerke Riesa gab es ebenfalls kleine Geschenke.

Der Weg in die Nationalmannschaft läuft im Cheerleading etwas anders als im Fußball oder Handball. Hier nominiert kein Bundestrainer, sondern jede Sportlerin und jeder Sportler kann sich selbst bewerben – Spitzenniveau natürlich vorausgesetzt. Wer dann im Sichtungstraining ausgewählt wird, kann an monatlichen Lehrgangs-Wochenenden des Nationalteams teilnehmen, meist in Frankfurt/M. oder in Alsfeld, ebenfalls in Hessen gelegen. „Dazu bekommen wir als Hausaufgaben verschiedene Trainingsinhalte, die wir daheim üben“, erklärt Wilma Großkopf. Den gesamten Aufwand tragen die Sportlerinnen und der Heimatverein selbst, das wäre der nächste feine Unterschied zu den Fußballern. 

Folglich braucht es viel Leidenschaft und hilfreiche Sponsoren, um den Aufwand zu stemmen. Ganz nebenbei muss man dann auch Prüfungen vorbereiten wie Sophie Hellfritzsch: „Von unserem Quartier war es ein Stück bis zu den Trainingshallen in einer Highschool und in der Universität Orlando, da konnte ich im Bus lernen.“ Die eigentlichen Wettbewerbe fanden vor großer Zuschauerkulisse in drei riesigen Hallen im ESPN-Areal der Walt Disney World statt. „Es war toll, wie fair alle miteinander waren, alle Teams wurden angefeuert“, schwärmt Jenny Scholz von den zwölf tollen Tagen in Amerika.

Nach der WM der Nationalteams folgt in der Welt-Cheerleading-Hauptstadt Orlando stets noch die Weltmeisterschaft der Clubs. Dort will Riesa im Jahr 2027 ebenfalls vertreten sein. Mit dem deutschen Meistertitel für „Manic Dream“ und der Silbermedaille für die „Youthmaniacs“ konnten sich vor einigen Wochen bekanntlich gleich zwei Formationen für das Welt-Championat qualifizieren. Das wird eine Kostenfrage, aber man wolle, so RCV-Vize Maria Luthardt, alles tun, den Sportlerinnen das Erlebnis zu ermöglichen.