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„Alles im Eimer. Ein Haushaltstag erzählt“ - neue Sonderausstellung

| Kultur

Einmal im Monat ein bezahlter freier Tag – nicht zur Erholung, sondern für den Haushalt: In der DDR hatten verheiratete Frauen und Alleinerziehende Anspruch auf den sogenannten „Haushaltstag“. Die neue Sonderausstellung „Alles im Eimer. Ein Haushaltstag erzählt“ im Riesaer Stadtmuseum greift dieses besondere Kapitel Alltagshistorie auf und verbindet dabei Technik-Erinnerungen mit Sozialgeschichte. Die Ausstellung wird am Muttertag, dem 10. Mai, 15 Uhr eröffnet und ist bis zum 25. Oktober zu sehen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie technische Errungenschaften und gesellschaftliche Erwartungen ineinandergriffen: Waschmaschinen, Wäscheschleudern, Badeöfen und Nähmaschinen standen für Fortschritt und Erleichterung. Doch trotz einer hohen Erwerbsbeteiligung der Frauen blieb die Verantwortung für den Haushalt auch in der DDR überwiegend in weiblicher Hand. 

Die Ausstellung macht diese Spannung zwischen Fortschrittsversprechen und Rollenerwartungen sichtbar. Besucherinnen und Besucher begleiten eine fiktive „Mutti“ durch eine Wohnung der 1970er Jahre. Der dargestellte Tag ist erfunden, orientiert sich jedoch eng an der Lebenswirklichkeit vieler Frauen und zeigt, wie viel Planung, Zeit und Kraft in den alltäglichen Aufgaben steckten.

Für einen besonderen regionalen Bezug sorgen Zeitzeuginnen aus dem SeniorenHaus „Albert Schweitzer“: In Interviews berichten sie von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Haushaltstag und dem DDR-Alltag. Aufgezeichnet wurden die Gespräche von der Museums-Kinderfilmwerkstatt „Die Geschichtenschnüffler“, die unterschiedliche Generationen miteinander ins Gespräch bringt. Ergänzt wird die Ausstellung durch historische Alltagsfotografien, originale Haushaltsgeräte sowie Ausschnitte aus dem DDR-Fernsehen.

„Alles im Eimer. Ein Haushaltstag erzählt“ öffnet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf heutige Lebensrealitäten: Wer übernimmt heute die Aufgaben im Haushalt und die Sorge für andere? Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzusehen – damals wie heute – und über die Verteilung von Arbeit, Zeit und Verantwortung nachzudenken.